Barrierefrei im Alter

Vater Staat unterstützt die Maßnahmen

Frankfurt, den 08.02.2016

„Die barrierearme Wohnung“ – das klingt zunächst funktional und steril. Doch wer seine Immobilie vorausschauend plant oder durch clevere Modernisierungen fit für die Zukunft macht, steigert gleichzeitig den Komfort und die Chance, möglichst lange selbstständig in den eigenen vier Wänden zu leben. Wie, das verrät Finanzierungsexperte Marco Wolf von der Volksbank Griesheim.

1. Planungsgrundlagen und Vorschriften: „Seniorenwohnung“ oder „altengerecht“ ist nur das, was sich der Anbieter darunter vorstellt. „Barrierefrei“ ist eine Wohnung nur dann, wenn konkrete Leistungen mit der DIN 18040-2 übereinstimmen.

2. Schwellenabbau und rutschfester Boden: Türschwellen und Teppichkanten können nicht nur im Alter zur Stolperfalle werden und sollten deshalb zurückgebaut werden. Eine rutschfestere Alternative zu Fliesen und Parkett können Bodenbeläge aus Kork und Linoleum sein. Lose Teppiche unbedingt sicher fixieren!

3. Türen und Durchgänge: Ihre Verbreiterung kann tief greifende bauliche Veränderungen notwendig machen, daher alle Türen am besten von vornherein mit 90 cm lichtem Durchgang planen. Idealerweise lassen sich Türen stets nach außen öffnen – das erleichtert zum Beispiel das Aufrichten von gestürzten Personen im Notfall.

4. Handläufe und Haltegriffe: Jede einzelne Stufe wird bei schwindender Mobilität zum Hindernis: Handläufe und Haltegriffe helfen, sich sicher und selbstständig zu bewegen.

5. Elektrik und Licht: Tiefliegende Steckdosen nach Möglichkeit höherverlegen. Kabelkanäle verhindern Stolperfallen. Helle, nicht blendende Beleuchtung ist gerade bei verringerter Sehkraft von Vorteil. Nachtlampen und Bewegungssensoren als Lichtschalter im Flur können dementen Menschen Orientierung bieten.

6. Badezimmer: Bodengleiche Duschen ermöglichen weniger beweglichen Menschen in Kombination mit einer Sitzgelegenheit unter der Dusche eine selbstständigere Körperhygiene. Den Einstieg in die Badewanne erleichtern eine Wannentür oder ein Wannenlift.

7. Küche: Auszüge und Apothekerschränke erleichtern den Zugang zu Vorräten. Ein Hochbackofen schont den Rücken, gleiches gilt für die Spülmaschine. Für Rollstuhlfahrer sollten Arbeitsflächen und Kochstelle unterfahrbar sein.

Vater Staat zahlt mit
„Die KfW bezuschusst den altersgerechten Umbau durch Förderprogramme und zinsgünstige Darlehen – das muss aber zwingend vor Beginn der Baumaßnahme beantragt werden“, rät Finanzierungsexperte Marco Wolf Modernisierungswilligen. Auch einige Bundesländer halten Fördertöpfe bereit. Wer bereits Leistungen aus der Pflegeversicherung erhält, hat Anspruch auf bis zu 4.000 Euro zur Verbesserung seines Wohnumfelds oder für technische Hilfsmittel.

Marco Wolf, Finanzierungsexperte der Volksbank Griesheim, wirbt für die "Schaffung der barrierearmen Wohnung".