Rückblicke auf Griesheim in gemalten Bildern zeigen attraktiven Stadtteil am Main

Frankfurt, den 06.11.2014

Zu einer interessanten und informativen Bilderausstellung mit Werken von Adi Helfenbein hatte die Volksbank Griesheim geladen und viele an dem Stadtteil interessierte Menschen, auch aus Politik, Wirtschaft und Vereinen, waren zur Eröffnung gekommen, um erstmals die Bilder zu sehen, die der heute 91jährige Maler Adi Helfenbein über drei Jahre hinweg geschaffen hatte.

Wirtschaftsdezernent Markus Frank, die Vorsitzende des Geschichtsvereins Griesheim Uta Endreß, der Maler Adi Helfenbein und Vorstandsmitglied Armin Pabst (v. l. n. r.) präsentieren das zur Ausstellungseröffnung von der Bank herausgegebene Büchlein, das für Ausstellungsbesucher zur Mitnahme bereit liegt, aber auch Schulen, Kindergärten oder öffentlichen und kirchlichen Einrichtungen bei Interesse kostenfrei zur Verfügung gestellt wird.

Viele interessante Szenen aus der Historie des Stadtteils hat er in eindrucksvoller Farbgebung festgehalten, die in dem Betrachter das Gefühl erwecken, selbst dabei zu sein. Als kleiner Junge im Alter von gerade einmal 9 Jahren erlebte Adi Helfenbein am 8.10.1932 an einem Samstagnachmittag als Zeitzeuge am Griesheimer Mainufer mit tausenden Schaulustigen, wie das Riesenflugboot DO X mit einem spektakulären Flugmanöver auf dem Main vor Griesheim wasserte und dabei mit seinen oben auf dem Flügel befestigten 12 riesigen Antriebsmotoren  einen Gichtschweif hinter sich herzog. Fast alle Frankfurter Schulen besichtigten dieses gigantische Flugboot, das den Komfort eines Passagierdampfers der 20-iger und 30-iger Jahre über drei Decks verteilt bot und 171 Passagiere an Bord nehmen konnte. Es lag mehrere Tage am Griesheimer Mainufer, um der Bevölkerung Gelegenheit zur Besichtigung zu geben. Das Landemanöver konnte damals nur stattfinden, weil die Europaautobahnbrücke zu diesem Zeitpunkt noch nicht gebaut war. Einige der älteren am Eröffnungsabend anwesenden Gäste konnten sich selbst noch an dieses Ereignis erinnern und die ein oder andere Anekdote dazu beitragen. Im Mai 1932 war das Flugboot von einer Weltreise, die es über vier Erdteile geführt hatte, nach Berlin zurückgekehrt und hatte dabei 45.000 Kilometer zurückgelegt. Die damalige Weltwirtschaftskrise sollte jedoch bald die Weiterentwicklung von Großflugzeugen ganz unmöglich machen, wodurch der Luftverkehr einen schweren Rückschlag erlitt.

Schon am Eröffnungsabend zeichnete sich für die Ausstellung „Rückblicke auf das alte Griesheim im gemalten Bild“ großes Interesse im Stadtteil ab. Aufgrund des großen Andrangs nahmen sich einige der Gäste vor, die Ausstellung nochmals in einer ruhigeren Stunde zu besuchen.

Da der Main für die Menschen in Griesheim von jeher eine zentrale Bedeutung hatte, kommt er auch in den Werken Helfenbeins, z. B. in der „Zwerchfahrt mit dem Nachen“, in dem „Sonntagsausflug“ mit der Fähre über den Main, in dem „Schiffsverkehr am Tag der Eröffnung der neuen Schleuse“ 1932, in den „Winterfreuden“ der Kinder auf dem Gefälle der Maa-Gass oder auch in der „Überfahrt“ mit der Griesheimer Fähre, eindrucksvoll zur Geltung.

Alte Postkarten und Privatfotos aus der Sammlung des Geschichtsvereins Griesheim wurden von Helfenbein zurate gezogen, weil es Straßen, Häuser oder Begebenheiten so heute nicht mehr gibt. Dank der Unterstützung des Geschichtsvereins Griesheim, insbesondere der 1. Vorsitzenden Uta Endreß, konnte das einst Gewesene in Griesheim eindrucksvoll rekonstruiert und in einem eigens zur Ausstellung erschienenen Büchlein für den Betrachter lebendig kommentiert werden. Im Büchlein findet der Betrachter zu den einzelnen gezeigten Plätzen aktuelle Bilder aus der Jetztzeit, die für die Orientierung hilfreich sind. Zu verdanken sind diese Aufnahmen dem Amateurfotografen Emil Weiß aus Frankfurt-Griesheim.

Die Eröffnung der Bilderausstellung entwickelte sich zu einem sehr kommunikativen Abend, den insbesondere die älteren Gäste in den Gesprächen mit eigenen Erinnerungen und Anekdoten bereicherten.

Vorstandsmitglied Armin Pabst begrüßte die Gäste am Eröffnungsabend im Hause der Volksbank Griesheim. Für ihn ist das Zusammenwirken von Maler, Geschichtsverein und Fotograf eine heimatkundliche Meisterleistung, die die Erinnerung an das einstige Leben in Griesheim wach hält. Dies würdigte auch Markus Frank, Dezernent für Wirtschaft, Sport, Sicherheit und Feuerwehr, in seinem Grußwort an die Gäste und dankte allen, die mitgeholfen haben, diese außergewöhnliche Ausstellung und Dokumentation auf die Beine zu stellen.

Erfreuen konnten sich am Eröffnungsabend die Ausstellungsbesucher an den Produkten der Griesheimer Traditionskelterei Gerhard Nöll, die erst kürzlich in Berlin vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit der höchsten Ehrung für ihre Qualitätsprodukte mit dem Bundesehrenpreis ausgezeichnet wurde.

Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten in der Hauptstelle der Volksbank Griesheim, Alte Falterstraße 10, noch bis 30.06.2015 zu sehen. Diese sind montags, mittwochs und freitags von 8:30 bis 16 Uhr und dienstags und donnerstags von 8:30 bis 18 Uhr. Alle Ausstellungsbesucher erhalten kostenfrei das von der Volksbank herausgegebene Ausstellungsbüchlein. Gruppenbesichtigungen bittet die Volksbank terminlich abzustimmen. Auf Wunsch steht dabei die Vorsitzende des Geschichtsverein Griesheim, Frau Uta Endreß,  gerne als Führerin zur Verfügung und beantwortet alle Fragen. 

Wirtschaftsdezernent Markus Frank, Vorstandsmitglied der Volksbank Griesheim Armin Pabst, der Vorstand des Geschichtsvereins mit Gunther Haarstark, Gabi Königer, Uta Endreß, Frank Seifert und Dennis Blum und Ortsvorsteher Manfred Lipp (v. l. n. r.) stellen sich vor dem Helfenbein-Bild „Winterfreuden in der Maa-Gass“ zu einem Erinnerungsfoto.